Marlene lernte früh, dass ihre Grenzen niemanden interessierten
Shownotes
Marlene lernte früh, dass ihre Grenzen niemanden interessierten Sie suchte Halt bei ihrer Mutter. Ihre Mutter suchte Bestätigung bei fremden Männern.
Drei Geschwister auf einer Luftmatratze, hellwach in einer Nacht, in der niemand von ihnen schlafen konnte. Ein Partner ihrer Mutter, der über fünfzig Tiere hält, während für die Kinder selbst kaum etwas übrig bleibt. Ein Nachmittag beim Kartoffelanhäufeln, der zu einer Machtprobe wird, ohne dass Marlene je erfährt, was sie richtig machen sollte. Marlene erzählt in dieser Folge von einer Kindheit, in der Vernachlässigung und Kontrolle so alltäglich waren, dass sie lange nicht wusste, dass es auch anders geht.
Der schwerste Moment kommt nicht mit der Flucht, sondern danach: Als Marlene sich offenbart, glaubt ihr niemand, weder die eigene Mutter noch ihre Brüder. Erst mit der Jugendwohngruppe und der Schule als verlässlichem Ort findet sie langsam sicheren Boden. In der Einordnung gehen wir außerdem auf Fragen ein, die im Gespräch selbst offengeblieben sind, und auf Marlenes schriftliche Antworten dazu im Nachgang.
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Deine Geschichte teilen Hast du selbst schon einmal darüber nachgedacht, deine eigene Geschichte hier im Podcast zu erzählen? Das kann eine Erfahrung aus einer Partnerschaft sein, mit einem Elternteil, im Job oder auch aus einer Freundschaft. Du bekommst ein Pseudonym und dein echter Name wird nicht veröffentlicht. Schreib mir an podcast@narzissmus-coach.de und wir besprechen in Ruhe alles Weitere.
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Nazismus und toxische Beziehungen.
00:00:05: Jetzt sprechen wir!
00:00:06: Ich bin Jennifer, begleite Frauen im Coaching auf ihrem Weg aus destruktiven Beziehungsmustern.
00:00:12: In diesem Podcast teilen Betroffene ihre persönlichen Geschichten – Geschichten die oft viel zu lange im Verborgenen geblieben sind….
00:00:20: Nach jeder Erzählung ordne ich zentrale Muster- und Dynamiken ein, damit auch diejenigen, die solche Erfahrungen nicht selbst gemacht haben, die Auswirkungen besser verstehen und nachvollziehen können.
00:00:32: Heute spreche ich mit Marlene, die uns von ihrer Herkunftsfamilie erzählen wird – drei Geschwister, die lange Zeit auf Luftmatratzen in einem kalten Raum schlafen mussten… unzählige Umzüge!
00:00:44: Und eine Mutter, die sie wissen ließ, dass sie mit achtzehn ausziehen müsse?
00:00:49: Schließlich sei Malene nur ihre Rentenabsicherung.
00:00:53: Der neue Partner ihrer Mutter erklärt Malene, wie man ein Kind so schlägt dass es keine sichtbaren Spuren hinterlässt eine Ansage das er genau weiß was er tut und dass es niemand sehen soll und auch niemand sehen wird.
00:01:07: Und genauso kommt es dann auch.
00:01:09: Als Malene sich traut von all dem zu erzählen behauptet er in der Familientherapie All das was er getan hat wäre doch nur väterlich gemeint gewesen.
00:01:19: Und sogar ihre eigene Mutter glaubt Malene nicht und schreibt an die Klinik, man würde Malene dort manipulieren.
00:01:26: Malene ist wie in jeder Folge nicht ihr echter Name!
00:01:29: In diesem Podcast sprechen Betroffene unter einem Pseudonym um ihre Privatsphäre zu schützen.
00:01:35: – wir sprechen offen über Vernachlässigung sowie psychische und körperliche Gewalt.
00:01:40: Jetzt hören wir Malenes Geschichte.
00:01:43: Liebe Marlene, herzlich willkommen im Podcast Nazismus und Toxische Beziehungen.
00:01:47: Jetzt sprechen wir!
00:01:47: Ich freue mich, dass du heute hier bist.
00:01:49: Magst du für mich und die Zuhörnern einmal verraten was genau dich dazu gebracht hat, dich bei mir zu melden?
00:01:56: Ja vielen Dank das ich hier sein kann.
00:01:59: Ich bin heute hergekommen weil... ...ich festgestellt habe im Laufe der Zeit.. ..dass ich wenn nicht meine eigene Geschichte in unterschiedlichen Rahmen in denen ich sie schon erzählt habe erzähle dass es mir gut tut und mir hilft, einfach von dem zu profitieren was daraus dann entsteht in der Verarbeitung.
00:02:22: Und ich habe auch festgestellt das es eben anderen helfen kann, dass wenn sie diese Geschichte hören, dass die sich wieder erkennen können und in manchen Fällen eben auch die Möglichkeit haben davon zu profitiert einen anderen Weg zu sehen und den auch gehen zu können.
00:02:40: Ja prima vielen Dank lieber Marlene.
00:02:43: dann lass uns doch gleich in deine Geschichte starten.
00:02:45: Du möchtest uns ja heute nicht von einer Paarbeziehung erzählen, sondern es geht immer eine andere Form der Geschichte bei dir richtig?
00:02:52: Genau!
00:02:53: Es geht quasi um die Geschichte oder um diese Situation, in der ich quasi in die ich reingeboren wurde und in der Ich groß geworden bin.
00:03:04: Dann nimm uns doch da gerne einmal mit in deine Herkunftsfamilie, in deine Kindheit – was sind so die frühen Erinnerungen, die du an dieser Zeit
00:03:11: hast?!
00:03:13: Ich bin in den ersten Lebensjahren auf einen Dorf groß geworden und die Umstände waren erstmal auf jeden Fall so, dass es viel Natur gab.
00:03:24: Wir hatten ein eigenes Haus und viel Platz auch im Grunde genommen um eigentlich gut aufzuwachsen.
00:03:33: ich habe zwei Geschwister Und leider war's aber so das meine Mutter und mein Vater Dinge mitgebracht haben im Verhalten, aber auch in dem was sie an eigenen Situationen und Problem hatten die sich auf mich sehr negativ ausgewirkt haben.
00:03:55: Um das Ganze ein bisschen zu verbildlichen meine beiden Eltern waren sehr übergewichtig.
00:04:01: Meine Mutter hatte teilweise bis über zweihundert Kilo.
00:04:06: beide haben sehr stark geraucht und haben auch viel Alkohol getrunken Und damals war es so, dass meine Mutter auch... Also das machte den Eindruck, dass meiner Mutter einfach von ihr zu Hause auch geflüchtet ist vor ihrer Mutter oder der Situation die dort war.
00:04:24: Unsere beziehungsweise meine Mutter hat uns in einen sehr frühen Alter bekommen.
00:04:30: Sie war zwar schon volljährig aber entsprechend der Situation aus der sie zuhause rausgegangen ist war sie natürlich nicht unbedingt reif, um selber Kinder zu kriegen.
00:04:43: Da sie natürlich mit dem Übergewicht und den Süchten die da waren mit dem Alkohol und den Rauchen einfach kaum für sich selber sorgen konnte.
00:04:54: Hinzu kamen das meine Mutter sich mehrfach Partner gesucht hat, die deutlich älter waren.
00:05:01: Und bei meinem Vater ist es so gewesen dass er bevor meine Mutter ihn kannte irgendwie schon im Gefängnis gewesen ist, weil er also Frauen im Schwimmbad einfach belästigt hatte.
00:05:16: Und ich vermute dass das meine Mutter auch wusste zu dem Zeitpunkt wo sie zusammen
00:05:20: kamen.".
00:05:23: Das heißt Marlene diese Partnerschaften von denen du gerade gesprochen hast von deiner Mutter?
00:05:26: Also die sich da deutlich ältere Partner gesucht hatte, das war noch vor der Beziehung mit deinem Vater oder gab es dann einen Bruch bei deinen Eltern und du hast dann erlebt wie deine Mutter Wechselnde Partnerschaften hatte, das habe ich noch nicht ganz umreißen können für mich.
00:05:43: Also ob meine Mutter quasi Partnerschaft hat bevor ich geboren wurde?
00:05:47: Das weiß ich leider nicht.
00:05:50: aber in dem was sich dann quasi mitbekommen habe als Kind und im späteren Verlauf als Jugendliche hatte sie da mehrere Partnerschaft wo der Mann deutlich älter war
00:06:00: Und war aber auch mit deinem Vater zusammen.
00:06:03: Ich überlege gerade wie ich das gut beschreiben kann.
00:06:06: Also meine Mutter war mit meinen Vater längere Zeit auch verheiratet.
00:06:11: Ich vermute etwa bis ich sechs Jahre alt war, in dieser Zeit war es aber auch so dass sie viele andere sexuelle Kontakte hatte die irgendwie von meinem Vater wohl so begründet wurden ja Sie müsse sich mal die Hörner abstoßen also vermute ich das ist nicht einvernehmend war.
00:06:32: und die Beschierigkeit war auch dass wir quasi zu diesen Treffen, die meine Mutter dann einfach mit diesen anderen Männern hatte zum Teil mitgenommen worden und involviert waren.
00:06:45: Und es auch so war das eben... Also ich weiß nicht wie's bei meinen Gudern war aber Es stand dann auch zu einem gewissen Zeitpunkt im Raum ob mein Vater sexuell übergriffig mehr gegenüber war.
00:07:01: Ich vermute aber, dass sich da einiges einfach verdrängt habe Also ist es mir nicht mehr zugänglich, dass es aber von dem was aus den Akten hervorgeht sehr wahrscheinlich.
00:07:16: Jetzt Marlene machen wir gerade eine ganze Reihe von verschiedenen Strecken auf und ich würde versuchen wollen nochmal ein bisschen in die frühe Kindheit zurückzugehen.
00:07:26: also du hast grade gesagt das deine Mutter schon als du sechs Jahre alt warst oder das dir da bekannt war dass sie sexuelle Kontakte zu anderen Männern hatte dass das irgendwie auch von deinem Vater angeleitet wurde oder im weitesten Sinne zumindest toleriert, ja wie kann man das sagen?
00:07:47: Gut geheißen wurde.
00:07:49: Wie war es für dich als Kind?
00:07:50: War das ein Aufwachsen in dem du das als normal erachtet hast oder war das für dich schon eine Situation die irgendwie schwierig gewesen ist?
00:07:59: Das ist wirklich eine sehr gute Frage also die mich quasi direkt zu einem anderen Thema bringt, wo es vermutlich deutlich ersichtlicher wird.
00:08:12: Also ich hatte als Kind häufig das Problem, dass sich eine Blasenentzündung hatte.
00:08:17: Ich habe auch ins Bett genässt sehr lange bis ich glaube ich zwölf-dreizehn war.
00:08:22: Es gab diese Situation, dass wir als Kinder häufig für drei bis vier Stunden zum Schlafengehen geschickt wurden also zum Mittagsschlaf weil wir unsere Eltern einfach in Ruhe lassen sollten.
00:08:36: Und vor Langeweile habe ich dann halt häufig die Tapete abgerissen oder versucht mich irgendwie anders zu beschäftigen, weil ich als Kind kaum die Möglichkeit hatte, mich richtig zu entwickeln und... Und es gab auch einfach so keinen wirklichen Zugang zu anderen Kindern.
00:09:04: Also das einzigste Mal, dass ich mich erinnern kann, dass eine andere Familie einfach zu Besuch war und dort auch andere Kinder waren mit denen wir spielen konnten – war einmal.
00:09:16: Daran kann ich mich ändern.
00:09:17: Das fand ich sehr gut und hat mir sehr gefallen aber es kam ansonsten nicht vor und ich bin damit aufgewachsen, dass wir einfach sehr isoliert waren Also auch späteren Verlauf mit einem anderen Partner von meiner Mutter.
00:09:33: Das heißt, ihr wart nicht im Kindergarten?
00:09:37: Doch wir waren in dem Kindergaten.
00:09:41: allerdings war diese Zeit für mich sehr geprägt davon dass ich also in diesen hygienischen Zuständen in denen wir gelebt haben kann man sich vorstellen das Haus war im Dorf etwas abgelegener.
00:09:56: Wir hatten die Problematik, dass das Bad noch nicht richtig eingerichtet war und wir auch Schwierigkeiten hatten mit den Wasseranschluss.
00:10:05: Und bei fünf Personen bzw.
00:10:09: meine Oma hat ja auch noch mit im Haus gelebt ihr gehörte ursprünglich einfach auch das Haus.
00:10:15: Die Urgrusheltern hatten das nach dem Krieg aufgebaut.
00:10:18: Die Wöscherberge haben sich einfach gestapelt weil meine Mutter und mein Vater sich um diese Dinge überhaupt nicht gekümmert haben.
00:10:27: Im Grunde genommen hat alles meine Oma gemacht.
00:10:31: Also ich kann mich daran nicht mehr so genau erinnern, aber es wurde erzählt dass meine Mutter und mein Vater sich quasi darum gestritten haben wer uns halt irgendwie für den Kindergarten oder die Schule anzieht Und Ich vermute das ist auch dazu geführt hat dass wir halt einfach häufig deutlich zu spät in den Kinder Garten kamen und in die schule Oder dann halt einfach gar nicht dort waren.
00:10:56: Weil bei mir, wenn ich mich jetzt an die erste Klasse versuche zu erinnern war es so der Einschulungstag.
00:11:05: War so dass sich von einer Freundin der Familie zurecht gemacht wurde.
00:11:09: Die hatte extra einen Kleid besorgt und halt irgendwie Schuhe das ja.
00:11:14: Ich halt anscheinend einfach irgendwie auch mit dazu passe.
00:11:18: Und also ich habe mich einfach gewundert wo ich denn da jetzt irgendwie hin muss.
00:11:22: warum wird so an mir rumgezerrt?
00:11:24: Warum kriege ich jetzt einen Kleid an?
00:11:27: Also, ich mochte einfach in dem Alter überhaupt gar keine Kleider.
00:11:30: Ich wollte eben lieber draußen im Garten spielen und ja... ...ich habe überhaupt nicht verstanden warum muss ich denn da jetzt in so einem Raum mit ganz vielen anderen Kindern?
00:11:42: was soll ich eigentlich da?
00:11:44: Und ich vermute dass bei Menschen wo die Eltern den Kindergarten bringen und auch auf die Schule vorbereiten dass da andere Dinge stattfinden, die den Kind irgendwie vermitteln.
00:11:57: Warum es wichtig ist in die Schule zu gehen oder was da passiert und ja irgendwie in der Art Sicherheit vielleicht auch vermittelt.
00:12:05: Also ich hab mich dann einfach wie ein Fremdkörper gefühlt und wusste einfach gar nicht, wie ich mich verhalten soll...
00:12:15: Da gab's keine Vorbereitung von deinen Eltern auf diesen Tag?
00:12:20: Es ist natürlich so das Erinnerung natürlich abweichen können einfach von dem, was dann tatsächlich gewesen ist.
00:12:27: Aber also von dem was ich mich daran erinnere gab es von meinen Empfinden her keine Vorbereitung darauf.
00:12:36: Also für mich war das einfach so okay.
00:12:39: Ich bin jetzt in einem fremden Raum mit fremdem Menschen und weiß nicht was ich hier tun soll.
00:12:46: Wie kann ich mir denn Marlene so in dieser Zeit?
00:12:50: Wir sind jetzt gerade im Grundschulalter sechs Jahre so den Alltag in eurer Familie vorstellen.
00:12:56: Wie lief das ab?
00:12:57: Was war da los bei euch zu Hause, wie habt ihr so den Tag verbracht?
00:13:03: Hast du da Erinnerungen dran?
00:13:06: Ja also da habe ich auf jeden Fall Erinnerung dran.
00:13:10: Es ist nicht so ganz einfach das zu beschreiben weil natürlich durch die... Also es war einfach alles sehr unstrukturiert und es gab was vielleicht typisch gewesen wäre, dass man gemeinsam aufsteht.
00:13:25: Dass es so eine Art Routine gibt, das man Frühstück oder ähnliches ... Ich weiß noch, ich als Kind häufig eher dann früher wach war und rüber bin in das Schlafzimmer meiner Eltern.
00:13:37: Und auch letztendlich mich selbst beschäftigt habe oder eben zusammen mit meinen Brüdern.
00:13:45: Und dass meine Eltern die meiste Zeit in denen ich sie erlebt habe, nicht arbeiten gegangen sind.
00:13:53: Aber immer mal Phasen hatte, in denen es Maßnahmen gab oder wo Sie arbeiten mussten aber das versucht haben auf jeden Fall massiv zu verweigern.
00:14:05: also es gab dann von der Freundin der Familie solche Aussagen wie dass ja mein Vater irgendwie die meiste Zeit seine Arbeit auf der Toilette verbringen würde dass meine Mutter quasi das Schwanger sein als Krankheit gesehen hat und gleichzeitig quasi dann den Freifahrtschein hatte, dass sie quasi einfach im Bett liegen kann.
00:14:29: Und nichts tun braucht!
00:14:33: Und halt eine Abends- oder Mittags... Dann einfach schon angefangen hat zu trinken und zu rauchen.
00:14:39: und ja also ich weiß nicht ob es ein freies Leben ist aber für meine Mutter war das mit meinem Vater eine Zeit lang dann so der Lebensinhalt auch.
00:14:54: Und ich hatte als Kind das Gefühl, dass sich quasi da einfach immer nur störe und ja einfach wenn nicht anwesend war, dass das einfach nicht erwünscht war was ich auch über solche Aussagen meiner Mutter im späteren Verlauf bestätigt hat Wo sie ganz klar irgendwie erklärt hat, wir haben mit achtzehn ist klar dass wir ausziehen müssen.
00:15:18: Wir seien ihre Rentenabsicherung.
00:15:21: und sie hat bei mir auch gesagt Dass ich ein nicht gewolltes Kind war Und hat dann die Umstände erklärt.
00:15:30: darum also wie ich quasi entstanden bin Was sich auf jeden Fall als kind beziehungsweise Jugendliche auf gar keinen fall hören wollte und sehr abschreckend fand.
00:15:42: Also ich hatte keine richtigen Gefühle dazu, sondern es war eher so dass er sachlich aufgenommen habe und dann gedacht habe okay das widerspricht sich für mich in meiner kindlichen oder jugendlichen Vorstellung.
00:15:59: Ich bin quasi nicht gewollt aber ich bin da und nehme eine andere Rolle ein wie die die ein Kind einfach haben sollte.
00:16:14: Also wir wurden als Kinder natürlich sehr schnell dafür herangezogen, einfach die Tätigkeiten zu machen, die meine Mutter und mein Vater eben vermieden haben.
00:16:23: Und ja also es war sehr wichtig dass wir halt sehr schnell auch selbstständig worden uns selber versorgen konnten.
00:16:31: Das heißt Marlene was habt ihr da machen müssen?
00:16:34: Also so einfache Tätigkeit wie Wäsche Waschen Abwaschen Einkaufen gehen Die Einkäufe quasi fürs Essen vorbereiten.
00:16:47: Also es gab keine richtigen Zeiten, wo wir irgendwie gegessen haben.
00:16:52: Ich drück's mal ein bisschen unwirsch aus wenn die Horde Hunger hatte dann musste halt was hergerichtet werden.
00:17:00: also ja
00:17:02: Das heißt ich höre jetzt so'n bisschen raus ihr wart früh dafür verantwortlich euch allein oder weitestgehend selbstständig zu versorgen.
00:17:10: Du hast dich unwelkommen gefühlt Und deine Eltern haben auch viel dafür gesorgt im weitesten Sinne, dass du auf deinem Zimmer bist.
00:17:19: Dass du mit dir was machst und nicht so sehr Teil des Familienlebens bist.
00:17:24: beziehungsweise es gab dieses im Grunde eigentlich nicht?
00:17:29: Genau also so ein Familienleben wie es von anderen beschrieben wird, gab es in dieser Form in meiner Herkunftsfamilie auf jeden Fall nicht.
00:17:40: Also das was ich als Kind einfach sehr schwierig fand Also, wenn ich mich dann getraut habe quasi einfach irgendwie irgendeinen Bedürfnis zu äußern und ich dann als kleines Kind zum Beispiel im Wohnzimmer da wo mein Vater häufig geschlafen hat.
00:17:59: Ja ihn angestupst habe oder halt einfach irgendwie ihnen was fragen wollte war es natürlich einfach so.
00:18:05: sowohl meine Mutter als auch meinen Vater waren halt einfach noch betrunken.
00:18:12: Mein Vater wollte halt einfach nicht belagert werden mit irgendwas.
00:18:19: Und dann hat er häufig sehr intensiv und laut auch geschrien, das hat natürlich bei mir dazu geführt dass ich aufgehört habe meine Bedürfnisse zu äußern oder also sehr verschreckt davon war weil ich das nicht so richtig einordnen konnte in welchen Zustand eigentlich meine Eltern sind.
00:18:43: Also, dass sich quasi die Bedürfnisse von Kindern und Eltern sehr unterscheiden und natürlich auch Schwierigkeiten machen – das gehört ja einfach zu den Alltag- oder Formieren mit dazu.
00:18:58: Aber in der Regel ist es so, dass Eltern ein Verständnis dafür haben, dass sie das in den ersten Jahren irgendwie erwartet und Sie sich vielleicht damit beschäftigt haben was damit zusammenhängt und gucken, wie sie das bewerkstelligen können.
00:19:14: Aber diese Arbeit und Beschäftigung einfach damit hat vermute ich bei meinen Eltern überhaupt gar nicht stattgefunden.
00:19:23: Sondern dass haben dann drum herum Menschen übernommen.
00:19:28: Und meine beiden Eltern haben keine Verantwortung in sehr vielen Dingen übernommen letztendlich ja für sich selber nicht.
00:19:40: Was natürlich ein sehr ungünstiger Zustand ist, um dort als Kind
00:19:45: aufzuwachsen.".
00:19:47: Also das heißt du hast erlebt wie deine Eltern schon ... Du hast gesagt deine Mutter am Nachmittag schon begonnen hat zu trinken und dann haben sie sich so sehr betrunken dass die am nächsten Tag auch nicht aufgestanden sind morgens mit den Kindern gefrühstückt haben sondern ihren Rausch dann immer noch ausgeschlafen haben.
00:20:08: im weitesten Sinne?
00:20:10: Ja, genau.
00:20:12: Also aus heutiger Sicht als Erwachsener weiß ich natürlich wenn man einfach massives Übergewicht hat, alkoholtrinkt und noch raucht dass das dazu führt, dass man am nächsten Tag nicht fit ist und dementsprechend gestresst genervt in einem wirklich schlechten körperlichen Zustand ist.
00:20:36: Das war mir natürlich als Kind überhaupt nicht klar.
00:20:39: Und ja, ich war natürlich auch sehr verwundert darüber und hinzukam natürlich dadurch dass wir als Kinder auch keine... Also natürlich hauptsächlich aus meiner Sicht wir ja keine Struktur hatten.
00:20:55: so das auch.
00:20:57: also Ich habe auf jeden Fall zur heutigen Zeit immer noch einfach massiv Beschlafstörungen die da herrühren dass einfach diese normale Struktur, die da sein sollte und die sich natürlich ergibt.
00:21:10: Einfach nicht vorhanden war und dann einfach kollidiert mit den natürlichen Gegebenheiten.
00:21:18: Okay!
00:21:18: Und dann waren wir jetzt so bei dem Moment oder der Zeit in der du in die Grundschule gekommen bist?
00:21:23: Das war schwierig am Anfang für dich weil du nicht richtig verstanden hast was das alles soll und wie es funktioniert und was man von dir möchte.
00:21:31: Wie ging das weiter?
00:21:33: Also in meinen... In der ersten Klasse war ich quasi noch bei meinem Vater vor Ort dort in der Grundschule.
00:21:42: Und in der zweiten Klasse sind wir quasi umgezogen und meine Mutter hatte dann einen neuen Partner.
00:21:50: Also deine Eltern haben sich getrennt?
00:21:53: Ja, ich kann heute gar nicht mehr irgendwie... also ich weiß nicht genau wie diese Trennung abgelaufen ist weil es für mich eher so war gefühlt.
00:22:04: von heute auf morgen sind wir quasi umgetogen und ich habe zwar irgendwie noch diese Fetzen an Erinnerung da, dass sich da irgendwie unterhalten wurde und sich angeschrien wurde.
00:22:17: Und natürlich irgendwie ausgefochten wurde wie das mit der Schule ist oder was da gemacht werden muss.
00:22:25: in meiner Erinnerungen bleibt aber nur das vorhanden dass letztendlich meine Eltern beide versucht haben, dann den anderen jeweils die Verantwortung zuzuschieben dafür und sich einfach nicht darum kümmern wollten.
00:22:42: Also meine Mutter hatte zu diesem Zeitpunkt einfach ... also die hatte meinen Partner danach über eine Kontaktanzeige kennengelernt Und es ging dann ganz schnell das sie da uns direkt auch mitgenommen hat.
00:23:00: Der hatte auch auf dem Dorf gewohnt, hat in einem Haus auch.
00:23:04: In dem unteren Teil des Hauses war eine Kneipe drin, die aber wohl einfach nie im Betrieb war so richtig und ja... Die erste Nacht, die wir da verbracht haben als Kinder, war halt dass wir dann in dieser Kneipe auf einer kleinen Luftmatratze zu dritt geschlafen haben.
00:23:25: Also das Haus war einfach in einem permanenten Zustand, dass irgendwas gebaut wurde.
00:23:31: Aber im Grunde genommen nie was richtig fertig wurde.
00:23:36: und von diesem Teil der Kneipe gab es so einen Aufgang, der nicht richtig ausgebaut war sondern da lagen dann so Holzbretter auf denen man halt eben hochgehen konnte aber auch quasi im Stockwerk oben drüber passiert, es einfach halt sehr laut gehört hat.
00:23:57: Und wie man sich vielleicht vorstellen kann ich habe also in diesen ersten Nächten überhaupt nicht geschlafen.
00:24:05: meine Brüder hatten vermutlich weniger Probleme damit.
00:24:10: die haben halt in meiner Erinnerung dann geschnarcht und konnten das irgendwie.
00:24:16: aber ich hab einfach nur unfassbar gefroren war einfach die ganze Nacht wach und habe natürlich dann einfach das mitgekriegt, was meine Mutter da mit ihrem neuen Partner irgendwie gemacht hat.
00:24:28: Also deine Mutter war mit ihrem neun Partner in dem oberen Stockwerk beschäftigt?
00:24:33: Und hat euch Kinder auf einer kleinen Luftmatratze in der Kneipe... ...in nem kalten Raum liegen lassen?
00:24:40: Ja!
00:24:44: Die Schlafsituation hat sich lange auch nicht richtig verändert Aber nach, ja.
00:24:51: Ich schätze, nach einem halben oder dreiviertel Jahr war es dann so, dass wir auch zum Glück einzelne Schlafgelegenheiten hatten, in denen meine Brüder jeweils einen Bett hatten und ich auch ein eigenes Bett hatte.
00:25:04: Und bis dahin war diese Situation so wie du sie gerade beschrieben hast?
00:25:09: Ja.
00:25:10: Über Monate?
00:25:11: Ja!
00:25:12: Also dort bei diesen neuen Partner war's auch so der hatte eben ... Ein Gartengrundstück, auch was er gepachtet hatte.
00:25:21: Dort standen kleinere Hütten drauf und in den Ferien oder Sommermonaten haben wir größtenteils einfach dort in den Garten gelebt und haben dort Zelte gehabt wo wir halt geschlafen haben.
00:25:36: Und es waren ganz viele Tiere dort die zum Teil auch zu Hause also in den Haus mit wohnten.
00:25:44: um ein bisschen einzuordnen wie viele Tiere das waren, es waren so über fünfzig Tiere.
00:25:51: Dass immer mal gewechselt ist natürlich durch dass Tiere gestorben sind oder an Tiere auch neu geboren worden oder hinzukam und häufig die Situation einfach war wenn wir einkaufen waren, dass es halt Einkaufswagen für die Tiere gab wo Futter besorgt wurde oder irgendwas für die Tieren Und ein Einkaufswagen eben für uns.
00:26:14: Also finanziell Also das weiß ich eben aus heutiger Sicht.
00:26:19: Rein theoretisch mit denen, was damals meinen Vater verdient hat oder auch zum Teil meine Mutter verdient hatte in den wenigen Monaten oder Jahren, in denen sie auch gearbeitet haben hätte man also sehr gut eine Familie zu dem damaligen Zeitpunkt ernähren können und auch das Haus, in dem wir da bei meinem Vater gewohnt haben.
00:26:45: Hätte man das eben ein bisschen ausgebaut und sich darum gekümmert um die Infrastruktur, wäre das halt ein sehr schöner Alterswohnsitz auch gewesen für meine Eltern.
00:26:56: Und es ist einfach ja sehr schade dass überhaupt nicht gepflegt wurde und letztendlich einfach zerfallen ist gerade also zumindest aus meiner Sicht durch die Situationen.
00:27:08: die Urgroßeltern bauen sich nach dem Krieg das schwer auf dieses Haus Und ja, es wird dann quasi so respektlos behandelt und verfällt einfach.
00:27:24: Das ist einfach sehr traurig und schade!
00:27:26: Wir sind letztendlich auch im späteren Verlauf in einer sehr ähnlichen Situation gezogen wieder mit einem Haus auf dem Dorf und das Haus war halt ein Zeitlebens solange ich damit gewohnt habe – baufällig.
00:27:43: Marlene, lass uns vielleicht schauen, dass wir so ein bisschen bei einem roten Faden bleiben.
00:27:47: Dass wir nicht so sehr zwischen diesen Zeiten hin und her springen, weil ich gerade für mich schon merke, dass das... ...für mich ein bisschen schwierig ist zu folgen!
00:27:54: Wir waren ja grade da, dass du gesagt hast ihr seit bei diesem neuen Mann eingezogen mit der Gaststätte im Erdgeschoss?
00:28:00: Und ihr habt in den Sommermonaten da auf seinem Grundstück in den Zelten gewohnt oder geschlafen und es gab über fünfzig Tiere.
00:28:08: also es war jetzt kein landwirtschaftlicher Betrieb mit fünfzig Tieren sondern Oder wie würdest du das beschreiben?
00:28:14: Hat er da irgendwie jetzt ... War es ein Bauernhof.
00:28:18: Also aus meiner Sicht wäre ein Bauerenhof, wenn das quasi auch... Ich vermute dass man als Bauernhoof, wenn man das gewerblich macht, auch das irgendwie anmelden muss und Steuern zahlen muss und solche Sachen.
00:28:30: also das war auf keinen Fall der Fall sondern ich vermute, dass der Lebensgefährte und nachfolgende Partner diese Tiere einfach für sich gehalten hat und daran irgendwie Freude hatte.
00:28:43: Und er hat die sich ja also jetzt ohne einen tieferen Zweck angeschafft, der hat zwar am Anfang immer gesagt, er möchte die Tiere auch zum Schlachten haben und dass er sich selber irgendwie ... Ja was halt die Tiere... Also das er sie halt quasi nutzen kann um sich selbstständig autonom zu ernähren.
00:29:06: Das hat aber in der Regel nicht stattgefunden, weil er Schierigkeiten hatte.
00:29:09: Dann die Tiere auch rechtzeitig entsprechend dem wie sie gehalten werden müssen und dann geschlachtet werden müssen ja nicht umgebracht hat.
00:29:19: Das klingt jetzt eher nach einem Horten von Tieren?
00:29:24: Ja ich vermute dass das auch der Fall war Und daraus entsteht natürlich auch hier wieder dieser massive unhygienische Zustand.
00:29:35: also so eine Vielzahl an Tieren quasi zu pflegen, die entsprechenden medizinischen Dinge dazu zu tun.
00:29:47: Das war uns eigentlich einfach nicht möglich.
00:29:51: Es gab zwar so eine Art Flatrate beim Tierarzt wo wir regelmäßig waren um Tiere auch zu kastrieren oder halt unfähig zu machen dass sie selber schwanger werden können aber es blieb natürlich immer Tiere übrig die einfach weiterhin Kinder gekriegt haben.
00:30:09: Ja...
00:30:09: Wie ging es dir in dieser Phase?
00:30:13: War das ein guter Ort dort mit ihm auch, war er ein gutter Mensch?
00:30:18: Hattet ihr da sowas wie ein Familienleben oder war das im Grunde eine Fortführung dessen was du schon aus dem Haus deines Vaters auch kanntest?
00:30:27: Also es gab auf jeden Fall Unterschiede.
00:30:31: ich vermute dass zu den Zeitpunkt meine Mutter keine anderen Kontakte hatte zu anderen Männern.
00:30:38: Es gab von dem nachfolgenden Partner auch so Ansätze oder Dinge, wo ich sagen würde okay da gibt es auch sowas wie vielleicht eine Idee von einer Familie und Zusammenleben.
00:30:54: Ich kann mich noch daran erinnern Er hat mal eine Schnitzeljagd dort im Garten organisiert Und hat halt sehr viel darüber geredet was so eine Schnitzeljagt ist Was das bedeutet Da er leider schon so viel erzählt hatte, war es so das während der Schnützejagd ich natürlich nicht mehr soviel Freude daran hatte weil ich halt letztendlich ja schon alles wusste.
00:31:16: Dann gab es Betrugung auf mich solche Situationen.
00:31:20: Es gab bei mir in der Schule einen Vorlese-Wettbewerb und dort sollte ich eine Geschichte vorlesen und daran teilnehmen.
00:31:28: Für mich selber war das gar nicht so wichtig aber der Lebensgefährte meine Mutter hat dann sich sehr intensiv mit mir beschäftigt und er mochte irgendwie Märchen aus aller Welt, hatte dann seine Bücher und hat mir da eine Geschichte rausgesucht.
00:31:44: Hat die auch eingekürzt und halt entsprechend zurechtgemacht so dass sie für den Vorlesewettbewerb geeignet ist.
00:31:51: Und dann hat er ja also für mich war das gefühlt über Wochen hinweg, hat der dann nachmittags mit mir über Stunden hinweg das geübt.
00:32:04: Das führte aber nicht zum Erfolg, sondern es war so dass ich bei diesem Wettbewerb einfach keine richtige Leistung zeigen konnte.
00:32:13: Bei mir hat dieses intensive üben und zu Recht machen dieser Geschichte eigentlich nur dafür gesorgt das ich einfach massive Angst bekommen habe und Stress empfunden habe auch nicht mehr richtig schlafen konnte weil ich auch diesen Sinn des Wett bewerbs nicht richtig verstanden habe.
00:32:34: Also letztendlich hat er sich als Erwachsener, hatte ja dann eine Aufgabe übernommen.
00:32:42: Kinder sollen ja denke ich auch in der Schule lernen diese Dinge selber zu machen Schritt für Schritt kindgerecht und das hat in dem Falle gar nicht stattgefunden weil er sich Als erwachsener dort eingemischt hat und mir sowas aufgesetzt hat.
00:32:57: Und dass hat sich aber auch übertragen Auf andere dinge die gemacht werden sollten.
00:33:02: also wir haben Dort in diesen Gartengrundstück auch Kartoffeln angepflanzt, oder Rhabarber, Kohlrabi.
00:33:10: Einfach viele verschiedene Gemüsesachen auch hatten.
00:33:13: Auch Bäume die Früchte getragen haben.
00:33:16: da war tatsächlich auch etwas wo ich fand dass er tatsächlich was Schönes gemacht hatte.
00:33:24: wir durften als Kinder uns einen Baum aussuchen und dann hat jeder von uns ein vorgezüchteten Baum quasi setzen dürfen Und wir hatten die Aufgabe, wir sollten um den Baum kümmern und ihn halt gießen und entsprechend halt pflegen damit er halt später irgendwann mal Früchte trägt.
00:33:43: Aber in den meisten Fällen war es einfach so dass die Aufgaben, die wir machen sollten haben einfach nicht kindgerecht waren und ich habe mich so gefühlt das ich von ihnen halt irgendwie ausgesucht wurde.
00:34:01: Als ein Beispiel, ich erinnere mich daran.
00:34:03: Wir haben Kartoffeln gesetzt und man macht es so dass man die Kartoffelfflanzen dann anhäufelt und so einen Erd also die halt einfach zum Gewissengrad mit Erde bedeckt damit sie einfach gut wachsen können und die Kartofeln gedeihen.
00:34:19: Und über Stunden hinweg habe Ich das dann mit meinen Brüdern zusammen gemacht.
00:34:24: meine Brüder hatten sich schon auch an die Seite gesetzt.
00:34:28: Er hat dann gesagt, ich hätte die nicht ordentlich angehäufelt und ich musste dann über Stunden hinweg das noch einfach weitermachen.
00:34:39: Und ich habe aber nicht verstanden also was ich denn genau konkret da verkehrt mache weil ich nicht sehen konnte was er denn jetzt irgendwie von mir wollte?
00:34:49: Und diese Situationen sind halt mit sehr vielen Beispielen eben noch gewesen dass ja der Sachen irgendwie vor mir oder auch teilweise für meinen Bruder verlangt hat Wo einfach nicht ersichtlich war, was sollen wir denn jetzt genau machen?
00:35:04: oder was wird da verlangt?
00:35:07: Und es machte dann den Eindruck auf mich dass er irgendwie nur halt irgendwie Macht ausüben möchte.
00:35:12: Oder Ja Mich irgendwie halt fertig machen möchte für etwas wo ich gar nicht wusste Was ja was möchte er denn von mir?
00:35:23: also
00:35:23: du hättest auch Nicht nein sagen können oder fragen können was genau mache ich denn falsch?
00:35:27: zeigt mir nochmal wie's besser geht Dann mache ich das gerne.
00:35:31: Also ich kann mich nicht so genau erinnern, wie ich als Kind darauf reagiert habe.
00:35:37: Aber ich vermute mal dass es sich nicht so viel unterscheidet wie ich heute drauf bin.
00:35:43: Ich konnte mich nicht richtig dagegen wehren.
00:35:45: Ich war eher ruhig und still Und hab erstmal die Sachen so hingenommen wie sie waren und versucht sie zu erfüllen.
00:35:54: In der Therapie, die ich aber in späteren Nachhinein gemacht habe... zeigte sich halt so was wie, also meine Möglichkeit quasi einen Nein zu setzen oder eine Grenze zu setzen war wohl dass ich halt dann über passiv aggressives Verhalten versucht habe das vielleicht auch zu verhindern.
00:36:14: Oder darüber meiner Bedürfnisse versucht habe irgendwie geltend zu machen.
00:36:19: Das kann natürlich sein dass dieses Verhalten ihn noch angespornt hat irgendwie da weiterzumachen oder die haben mich halt irgendwie kleinzukriegen.
00:36:30: Wie ging es dann der kleinen Malene in dieser Zeit?
00:36:33: Hast du da einen Zugang noch zu Emotionen, wie hast Du Dich gefühlt in diesen Jahren?
00:36:40: Also da Grunde genommen in diesem kleineren Kreis, in dem wir isoliert waren.
00:36:46: Es gab zwar bei den Lebensgefährten, der hatte irgendwie einen Freund, der auch ab und an mal vorbeikam oder wir zu ihnen sind.
00:36:54: Da wurde aber auch viel Alkohol getrunken.
00:36:56: Der Lebensgefärte hat haben massiv geraucht und auch ... war einfach relativ übergewichtig.
00:37:06: Dann gab es noch die Situation quasi, dass wir als Kinder immer noch nach Hause geschickt wurden zu unserem Vater der zu dem Zeitpunkt aber halt verweigert hat unterhalt zu zahlen oder meine Oma dann diese Aufgabe übernommen hat den Unterhalt zuzahlen damit es einfach keinen Ärger gibt.
00:37:29: Ja, ich vermute zur Entlastung meiner Mutter.
00:37:31: Sollten wir halt auch phasenweise dann in den Ferien einfach zu unserem Vater und unser Vater wurde quasi von unserer Oma dafür bezahlt dass sehr Kinder uns Kinder abholt.
00:37:44: Und es gab diesen Zeitpunkt.
00:37:48: Ich war nicht mehr genau wie alt ich war vielleicht zehn oder elf Kann aber auch früher oder später gewesen sein.
00:37:55: Ich habe irgendwann einfach verweigert mitzugehen.
00:37:59: Ich erinnere mich einfach nur noch an diese Situation.
00:38:02: Ich habe mich dann auf den Baum gesetzt und mein Vater stand quasi vor dem Garten mit seinem Auto und wollte mich abholen, ich hab mich dann an diesem Baum festgeklammert Und dann habe ich eben gesagt ich komme auch gar keinen Fall mit.
00:38:17: zum Glück musste ich dann auch nicht mit.
00:38:20: aber es ist nicht so Nur weil ich nicht dann mit gegangen bin dass ich halt irgendwie mit dem, was da war, irgendwie gut aufgenommen wurde.
00:38:31: Also... also ich wurde quasi ja von meiner Mutter die ja selber in einen schlimmen desolaten Zustand war und den Lebensgefährten überhaupt gar nicht gut aufgefangen.
00:38:44: Und ich erinnere mich halt daran, dass ich mich dann halt oft einfach zurückgezogen habe.
00:38:50: im späteren Verlauf hatte ich dann auch in dem Haus in der oberen Etage ein eigenes Zimmer.
00:38:58: Dort hatte in dem Haus quasi jemand zur Miete gewohnt, der aber als er gestorben war ... Wir haben dann die obere Etage ausgeräumt und es war alles völlig vermüllt.
00:39:14: Der hatte wohl irgendwie paranoide Zustände und hat einen Brett auf die Badewanne gelegt und da geschlafen.
00:39:23: als wir um quasi dann alles entmüllt hatten, hatte ich da die Möglichkeit eben alleine auch einen Zimmer zu haben wo ich so ein bisschen abgeschottet war und das habe ich auch sehr intensiv für mich genutzt.
00:39:35: Da hatte ich dann im späteren Verlauf auch eine Computer den ich von der Schule geschenkt bekommen hatte, hatte einiges zum Lesen auch da und ja also jede Zeit die ich zur Verfügung hatte in der ich dann eben da halt alleine sein konnte, habe ich dazu genutzt auch da allein zu sein.
00:39:56: Also es heißt auch Malenes haben sich in dem jugendlichen Alter Ende der Grundschule vielleicht Übergang auch an die weiterführende Schule nicht so richtig Freundschaften bei dir ergeben?
00:40:08: Nein!
00:40:10: Was vermutlich aber hauptsächlich daran lag.
00:40:12: also wir müssen als Kinder einfach unfassbar gestunken haben weil die Hygienischen Zustände ja sich also in keinster Weise verändert haben.
00:40:23: Diese massiven Wäscheberge, die halt einfach nur... Wenn es keine Wüsche mehr gab, halt einfach gewaschen wurden.
00:40:30: Ich vermute dass diese Wäscheverge einfach geschimmelt sind dann auch Es gab zwar eben diesen Anteil das wir selber Sachen angebaut haben und auch verarbeitet haben Und diese Sachen verarbeitete aber die Zustände dazu waren halt so.
00:40:47: Dass sicherlich Ja, also ich erinnere mich da an Situationen wo halt einfach das Fleisch vergammelt ist und wir das noch gegessen haben.
00:41:02: Es gab auch häufiger Situation der Lebensgefährte meiner Mutter die hat irgendwie auch... Also es machte auf mich den Eindruck dass sie irgendwie auch gerne gekocht hat aber er hat halt wirklich enorme Mengen gekochte Und es gab da so ein Gericht Nudeln mit Bananensauce.
00:41:21: Wir mochten das als Kinder einfach nicht und wir mussten das aber so lange essen bis es leer war.
00:41:28: Und ich weiß noch, ich habe mir dann auch die Portion meiner Brüder einfach reingewirkt damit wir halt eben was anderes Leckeres bekommen haben zu Essen.
00:41:41: Es gab auch dieses ... Das, was er immer gesagt hat, wir müssen für unser Essen arbeiten, sonst kriegen wir nichts zu
00:41:49: essen.".
00:41:51: Also das heißt, die anderen Kinder in der Schule fanden euch zumindest irgendwie absonderlich merkwürdig?
00:42:00: Ja.
00:42:03: Aus heutiger Sicht kann ich natürlich ganz klar sagen... Ich muss mich wirklich ganz komisch verhalten haben auch!
00:42:10: Ich kann es nicht so konkret bestimmten Sachen festmachen aber es gab eine Situation, die ich kurz beschreiben kann wo's vielleicht ein bisschen ersichtlich wird.
00:42:20: Ich hatte von der ersten bis zur vierten Klasse einen Jungen, der neben mir saß.
00:42:27: Der mochte mich anscheinend auch sehr und uns saß ein Mädchen gegenüber, die probiert hat, uns vielleicht zu verkoppeln oder versucht hat irgendwelche Sachen von uns einzufordern.
00:42:39: Also die hat dann gesagt ja ne du findest den doch nicht?
00:42:43: Dann küsst ihn doch mal!
00:42:44: Oder haltet doch mal Händchen.
00:42:49: Die Lehrerin war draußen zu dem Zeitpunkt.
00:42:53: Und die Situation ist dann soweit gegangen, weil ich wollte das einfach nicht.
00:42:57: Mir war das sehr unangenehm, weil ... Ja also, ich mochte den Jungen.
00:43:05: Aber Berührung war mir einfach viel zu intim und ... Ich hab dann als das Ganze eskaliert ist, dass andere Mädchen gebissen.
00:43:17: Weil ich anscheinend Keine andere Möglichkeit hatte, mich einfach abzugrenzen.
00:43:23: Ja verstehe und wie kann ich mir dann so den weiteren Verlauf in der Jugend, in der Kindheit vorstellen?
00:43:32: Seid ihr lange bei diesem Partner geblieben von deiner Mutter oder tappst du auch nochmal einen Wechsel?
00:43:40: Meine Mutter hatte sich ungefähr für ein Jahr oder anderthalb Jahre auch mal getrennt Und dann sind wir in die nächstgrößere Stadt gezogen.
00:43:49: Das war eine sehr schöne Zeit, die war natürlich auch davon geprägt von den Verhalten meiner Mutter.
00:43:59: Aber für mich war es so, weil der Lebensgefährte natürlich viel mich einfach bedrängt hat und Sachen von mir eingefordert hat, dass ich mich beobachtet gefühlt habe gestresst war, er hat uns ja auch geschlagen körperlich und das gerechtfertigt damit wir müssten halt erzogen werden.
00:44:23: Und in diesen Jahr eineinhalb Jahren war also die Schule ein Wort an den sich deutlich meine Noten verbessert haben und ich irgendwie auch einen Zugang hatte zu anderen Kindern.
00:44:39: Wie alt warst du da etwa?
00:44:41: Ich vermute dass ich so drei zehn vierzehn war
00:44:45: Und du sagtest, die Zeit war geprägt durch die Verhaltensweisen deiner Mutter.
00:44:49: Damit meinst Du weiterhin den Alkohol und das Rauchen oder was waren die Veraltensweisen Deiner Mutter?
00:44:58: Also in sehr vielen Fällen war sie einfach abwesend weil sie halt andere Männerkontakte hatte.
00:45:07: Ich hatte dann quasi durch diese Situation auch viele Freiheiten.
00:45:10: also ich konnte längere Zeit in der Schule bleiben Ich hatte einfach mal saubere Räumlichkeiten zur Verfügung.
00:45:20: Ich konnte mich irgendwie so ein bisschen in meinen Zimmer einrichten, es war zwar so wir hatten als Geschwister quasi zwei Räume und wir haben immer mal gewechselt dass jeder Mal das Einzelzimmer haben konnte und dass wir halt dann ja im Wechsel halt zu zweit waren oder halt alleine das Zimmer hatten.
00:45:39: Und das war eine enorme Verbesserung zu dieser quasi Baustelle mit dem Haus und in den Zeiten, in denen meine Mutter quasi da war oder uns nicht mitgenommen hat zu diesen Männerkontakten.
00:45:59: Die Rollen waren halt einfach so ein bisschen umgedreht.
00:46:01: also wir konnten zu dem Zeitpunkt schon etwas kochen, uns selbst versorgen und haben unsere Mutter einfach auch mitversorgt und dadurch gab es Also weniger Druck im Sinne von das Versorgen meiner Mutter und sie zufriedenzustellen, war deutlich einfacher wie quasi den Lebensgefährten auch zufriedenzustellen.
00:46:26: Weil wir hatten ja dann einfach nicht mehr diese Situation mit den vielen Tieren... Ja also es war halt einfach deutlich freier und Raum überhaupt, den wir für uns irgendwie, ich kann natürlich nicht für meine Bruder sprechen aber den ich dann zur Verfügung hatte und den ich auch genutzt habe.
00:46:45: Aber ein Nachteil natürlich, der daraus entstanden ist... Ich hab mich quasi einfach gefragt also was meine Mutter da mit diesen Männern macht und warum ihr das so wichtig ist?
00:46:57: Ich hatte dann in dem Schlafzimmer meiner Mutter entsprechende Utensäen und Prospekte gefunden zu den Zeitpunkten auch viel in der Bibliothek verbracht und hab dann Literatur gesucht, um zu verstehen was da passiert irgendwie.
00:47:16: Also deine Mutter hatte davorrangig sexuelle Kontakte.
00:47:19: oder waren das Partner nach denen sie da gesucht hat?
00:47:23: Ich vermute dass sie nach Partnern gesucht haben aber es war kein Passender für sich dabei und es waren hauptsächlich dann sexuelle Contakte.
00:47:33: also wo ist dann einfach... ganz komische Konstellationen gab.
00:47:38: Häufig war es einfach so, dass die Männer mit denen sie sexuelle Kontakte hatte vorher auch noch keine Partnerin richtig hatten und häufig auch noch bei der Mutter gelebt haben selber auch natürlich übergewichtig waren oder halt einfach ja.
00:47:55: also aus meiner jugendlichen Sicht ich hatte anscheinend schon eine gewisse Reife erlangt wo wenn ich diese meiner Kennen gelernt habe über meine Mutter, die irgendwie nicht ernst nehmen konnte und das irgendwie ganz komisch fand einfach.
00:48:15: Da war deine Mutter dann viel damit beschäftigt sich mit diesen Männern zu treffen da Kontakte aufzunehmen
00:48:24: Genau.
00:48:25: allerdings ist sie damit halt anscheinend gescheitert Und ist dann wieder zurück zu den Lebensgefährten mit uns zusammen
00:48:33: der mit den Tieren
00:48:34: Genau.
00:48:35: Und diese Situation, als wir dahin zurück haben war ab einem gewissen Punkt für mich so unerträglich und so schlimm, dass ich dann eben von zu Hause weg gelaufen bin.
00:48:47: Wie
00:48:48: alt warst du da?
00:48:48: ungefähr Marlene?
00:48:50: Ende fünfzehn ... genau, ich wurde dann irgendwann während des Aufenthalts in der Kinder- und Jugend sichertrieb, wurde ich dann sechzehn.
00:48:59: Wie kamst du dahin?
00:49:01: Es gab eine Auslösesituation Es kam gehäuft vor, als wir dann zurückgezogen sind.
00:49:09: Dass meine Mutter irgendwie außerhalb auch sich mit irgendwelchen Männern getroffen hat und der Lebensgefährte dann Kontakt zu mir gesucht hat und quasi die Abhebenheit meiner Mutter genutzt hat um dann sich mehr körperlich zu nähern.
00:49:31: also er hat dann angefangen sich neben mich zu setzen und irgendeine Unterhaltung anzufangen.
00:49:36: Und hat sich aber so nah gesetzt, dass es... Ja ich hab mich da einfach unfassbar unwohl gefühlt.
00:49:43: Dann hat er angefangen irgendwie meinen Bein zu streicheln.
00:49:46: Irgendwie mir über die Haare zu gehen.
00:49:49: Hat mir dann noch erklärt, dass ist halt irgendwie wichtig ist wenn man Menschen schlägt das das nicht sichtbar ist?
00:50:00: Und hat dann erklärt wir mit einem nassen Handtuch dann schlagen würde, damit keine blauen Flecken entstehen und keine Wunden sichtbar sind.
00:50:09: Ich vermute er wollte mich damit einschüchtern.
00:50:12: Und diese Situation hat mir so Angst gemacht, dass ich völlig ohne Vorbereitung abgehauen bin.
00:50:26: zu diesem Zeitpunkt war es so... ...ich habe so viel Zeit wie möglich in der Gesamtschule verbracht mit Nachmittagsangeboten und war dort auch in einer Theater-Gee.
00:50:38: Und wir hatten, also ein Abend vorher ist quasi diese Situation gewesen wo der Lebensgefährte sich wieder auf so unschöne Weise genährt hatte, auch alkoholisiert.
00:50:52: Und nach dieser Theatervorstellung die wir am nächsten Tag hatten bin ich halt einfach nicht nach Hause gegangen.
00:50:59: Ich bin dann die ganze Nacht draußen rumgelaufen und wusste einfach nicht, wie es jetzt halt weitergehen soll oder was ich machen soll.
00:51:09: Hab dann ein oder zwei Stunden auch an der Bushaltestelle einfach geschlafen.
00:51:14: Neben mir saß quasi einen jungen Mann bei der Bundeswehr.
00:51:18: irgendwie war und hatte mich immer wieder mal angequatscht.
00:51:23: Und irgendwann ... weil ich einfach nicht wusste wohin habe ich dann halt morgens um fünf vor der Schule gesessen und wurde halt da entdeckt von dem Hausmeister, der das Ganze dann weitergegeben hatte an die Schulleitung.
00:51:38: Und die haben mich dann reingeholt und mich gefragt warum ich denn hier schon so früh vor der schule sitze?
00:51:46: Ja, dann hab' ich halt gesagt dass ich nicht nach Hause möchte.
00:51:51: Die haben mich versorgt einfach mit Essen.
00:51:54: Es gab dort in der Schule auch eine Duschmöglichkeit.
00:51:56: Ich wurde dann halt von diesen Lebensgefährten am nächsten Tag eben auch abgeholt, von zu Hause.
00:52:04: Also der hat dich aus der Schule wieder nachhause gebracht?
00:52:07: Ja.
00:52:07: Obwohl
00:52:07: du der Schulleitung gesagt hast, du möchtest da nicht mehr hin?
00:52:11: Ja also ich kann mich nicht mehr genauer erinnern was oder wie ich das der Schuleitung gesagt habe aber ich vermute dass es deutlich und ersichtlich war, dass sich nicht nach hause wollte.
00:52:27: Aber ich war natürlich auch in einem einfach ja, also selber völlig desilaten Zustand weil ich... Also für mich war halt irgendwie klar.
00:52:35: Ich will auf gar keinen Fall zurück nach Hause.
00:52:38: Ich wusste aber auch nicht so richtig wie ich das begründen sollte.
00:52:45: Wenn ich mich richtig erinnere, war diese Situation mit der Schulleitung so dass ich mich dann halt auf die Vorschläge, die gemacht wurden, eingelassen habe dass er halt gar nicht irgendwie richtig rüberbringen konnte, was ich denn in Anführungsstrichen jetzt brauche oder möchte.
00:53:10: Okay, da hätte dich abgeholt?
00:53:13: Genau und ich hab mit ihm nicht darüber gesprochen, was los ist... Und er hat mich dann zu Hausärzten gebracht zusammen mit meiner Mutter.
00:53:26: Wir waren dann zur Dritt quasi in diesem Raum mit der Ärztin und ja, ich wollte... also ich wollte einfach nichts sagen.
00:53:33: Und dann hat ihr Hausärzten meine Mutter und ihn halt rausgeschickt.
00:53:39: Dann habe ich ganz klar gesagt dass sich auf gar keinen Fall zurück nach Hause gehen werde.
00:53:47: Also klar ist natürlich in einer solchen Situation das Handlungsbedarf.
00:53:52: da ist aber die Umsetzung Artok quasi einen Platz für mich zu haben oder überhaupt rauszufinden, was ist da überhaupt bei mir los?
00:54:04: War schwer und meine Hausärztin hat mir halt klar gemacht dass sie nicht direkt einen platz für mich hat.
00:54:11: Oder die Möglichkeit mich direkt unterzubringen Und das ich nochmal nach Hause zurück müsste Was dann auch geschehen ist.
00:54:20: also Ich bin dann noch mal zurück nach hause für ungefähr zwei wochen bis dann ein Platz frei war in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, wo ich dann aufgenommen wurde.
00:54:32: Und also ich habe auf jeden Fall irgendwie diese zwei Wochen überstanden aber es war einfach nur furchtbar.
00:54:42: In der Kinder und Jugendtsychiatie war ich dann ungefähr einen halben Jahr und ich vermute dass meine Situation die ich hatte durchaus ungewöhnlich war weil ich zumindest auf dieser Station, wo ich war ... die einzigste war, die im Nachhinein nicht zurück nach Hause ist.
00:55:02: Und auch im späteren Verlauf in der Jugendwohngruppe, wo Ich untergekommen bin, ja also niemandem kennengelernt habe, die auch von zuhause weggegangen sind.
00:55:13: Also so richtig dass es keinen Kontakt mehr besteht und also zu den Mutter oder eben zu den Eltern.
00:55:20: Das heißt
00:55:21: mit diesem ... Gang in die Kinder- und Jugendpsychiatrie, hast du diesen Kontakt auch abgebrochen?
00:55:27: Ja.
00:55:28: Also ...
00:55:28: Ganz bewusst und aus freien Strücken.
00:55:31: Hast du gesagt ich möchte das jetzt nicht mehr?
00:55:33: Also ganz so einfach liefst dann natürlich nicht.
00:55:36: Innerhalb der Kinder-und Jugendpsychatrie gab es natürlich Maßnahmen, die dazu führen sollte dass sich wieder zurück nach Hause gehen.
00:55:44: Und es gab dann so eine Art also... Das war wahrscheinlich eine Familientherapie in der diese Vorwürfe, die ich gegen den Partner erhoben hatte angesprochen wurden.
00:55:55: Diese Termine der Familientherapie, ich glaube es waren insgesamt vermutlich nur drei Termine wo am Anfang auch der Lebensgefährte mit dabei war der dann mit diesen Anschuldigungen konfrontiert wurde und der dann sagte naja ich hätte das halt irgendwie falsch wahrgenommen was da passiert sei dass wäre alles nur väterlich gemeint gewesen Und ich würde ihn halt hier für irgendwas beschuldigen, was ... Ich mir halt einfach irgendwie ausdenken würde.
00:56:26: Das kann er überhaupt nicht nachvollziehen und ... Er ist dann die nächsten Male auch eben einfach nicht mitgekommen.
00:56:32: zur Familientherapie.
00:56:35: Auch meine Mutter hat dann, glaubt noch den zweiten oder dritten Mal diese Therapie abgelehnt und ist nicht mehr gekommen.
00:56:45: Meine Mutter hat quasi an die Klinik einen Brief geschrieben, Brüder hat geben lassen, in denen sie beschrieben hat, dass die Kinder- und Jugendpsychiatrie mich quasi manipulieren würde.
00:56:59: Und mir einreden würde, dass es diese Zustände, die zu Hause sind, das die gar nicht so sein und ich dir einfach erzählen würde weil irgendwas mit mir nicht stimmen würde.
00:57:12: Sie ließ mir halt über meine Brüde ausrichten, dass sie mich jetzt da rausholen
00:57:17: würde."
00:57:18: aus dieser Kinder- und Jugendsichertrie, weil sie nicht sehen würde, dass die mir irgendwie weiterhelfen würden.
00:57:24: Das heißt mit deinen Brüdern hattest du schon noch Kontakt in dieser Zeit?
00:57:28: Ja, die haben ja netterweise einfach irgendwie ... Also ich bin ja ganz spontan quasi abgehauen und ich hatte ja nichts dabei so richtig.
00:57:38: Die haben mir dann einfach Unterhosen oder Klamotten ein bisschen gebracht.
00:57:43: Ich hab natürlich versucht auch über sie Sachen zu bekommen Die mir halt irgendwie wichtig waren Bücher oder Schulmaterialien.
00:57:54: Aber das war sehr reglementiert, meine Brüder haben dann nur ganz wenige Sachen gebracht.
00:58:00: Also einfach weil sie das nicht durften und die Gespräche mit meinen Gudern waren auch für mich ganz komisch, weil ich hätte am liebsten ja meine Bruder mitgenommen innerlich irgendwie klar, dass sie wahrscheinlich nicht mit mir gehen würden und es bestätigte sich auch dadurch.
00:58:26: Dass sie quasi diese Anschuldigung die in der Familientherapie da gewesen sind, nicht geglaubt haben und gesagt haben ja das kann doch gar nichts sein, dass er das gemacht hat.
00:58:40: Sie halten das für unwahrscheinlich.
00:58:43: Das hat mich schon dann sehr mitgenommen einfach weil Meine Brüder zwar physisch irgendwie da waren, aber es irgendwie gar keinen Zusammenhalt gab und auch meine Wahrnehmung ... Also halt einfach quasi aus ihrer Sicht keine Gültigkeit hatte.
00:59:06: Ja?
00:59:06: Und dann bist du aus der Psychiatrie in diese Wohngruppe direkt weitergegangen also nicht wieder nach Hause.
00:59:14: Also leider war es so, dass nicht direkt in den Platz frei war quasi in der Unterbringung von einer Jugendwohngruppe.
00:59:23: Ich hatte über mehrere Monate hinweg, musste ich in einer Unterkunft wohnen, wo ich ein einzelnes Zimmer hatte mit dem Fernseher und einem Bett einfach.
00:59:34: Ich musste etwas weiter auch zur Schule fahren.
00:59:36: Es war Winter und in dieser Unterbrinkung waren noch zwei andere Jungs die schon etwas länger irgendwie da waren weil es da auch irgendwie schwierig war, einen Platz einfach für sie zu haben.
00:59:48: Die Frau, die uns betreut hat, hat uns halt dann was zu essen vor die Tür gestellt und ab und an mal gefragt, was wir gemacht haben und wie's uns geht?
00:59:57: Und ich hatte aber das Problem mit dem, dass die beiden Jungs dann ja versucht haben, sexuell an mich ranzukommen und mich quasi permanent belagert haben.
01:00:11: Also Schwierigkeiten hatten ... mich abzugrenzen und ja quasi von einer schlimmen Situation quasi in die nächste Reingerutsch bin.
01:00:21: Und ich war dann unfassbar froh, als nicht endlich abgeholt wurde, um in dieser Jugendwohngruppe einfach unterzukommen weil es da eine so vierundzwanzig Stundenbetreuung gab und es quasi immer jemand da war und halt einfach das einen gewissen Schutz einfach garantiert hat.
01:00:43: Genau!
01:00:43: Wie,
01:00:45: also hast du im Nachgang oder vielleicht anders gefragt?
01:00:50: Nach dieser Kinder- und Jugendfohrengruppe bist du dann auch wirtschaftlich selbstständig gewesen.
01:00:55: Also hast du irgendwie eine Ausbildung begonnen oder was erlernten Beruf ergriffen oder wie kann ich mir das Leben dann von da an weiter vorstellen?
01:01:07: Ich habe die Schule sehr ernst und wichtig genommen und in der Zeit in der Kinder-und Jugendpsychiatrie habe ich mich dafür eingesetzt, dass ich einfach zumindest vormittags die Schule besuchen kann.
01:01:19: Das hat mir also sehr viel Halt gegeben und Kraft.
01:01:22: auch das Schulkonzept der Gesamtschule war... Also sie war zwar eine staatliche Schule aber die hatten ein Konzept wo eben im Nachmittagprogramm da gab es einen Garten der gestaltet werden konnte Inliner fahren Die hatten so einen ausgebauten Wagon, wo Kinder sich halt Spielsachen leihen konnten in den Pausen der ausgebaut wurde.
01:01:44: Und ich hab halt da, wo das für mich irgendwie möglich war, mich halt engagiert und ja, das hat mir glaube ich auch ein bisschen dann das Leben gerettet dass ich da halt sein konnte und Ich habe da die Möglichkeit gehabt auch die zehnte Klasse abzuschließen mit einem Realschulabschluss.
01:02:04: Ich hatte auch probiert, in den Genasealzweig zu wechseln.
01:02:08: Allerdings waren meine Noten einfach halt zu schlecht um einen Wechsel machen zu können und ich hatte mir aus irgendwelchen Gründen in dem Kopf gesetzt dass sich auch irgendwie studieren können möchte und habe dann auch versucht die Fachoberschule zu machen.
01:02:26: das hat auch geklappt letztendlich aber es hat ja also doppelt so lange gedauert.
01:02:32: normalerweise ist die Fachhochschule wird die in zwei Jahren absolviert und ich habe dafür dann einfach vier Jahre gebraucht.
01:02:39: Ja, was ja wahrscheinlich irgendwie verständlich ist, weil ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch andere Probleme hatte, die ich halt bewältigen musste.
01:02:49: Und die Jugendwohngruppe hat mir quasi auch die Möglichkeiten gegeben, dass ich nach meinem achtzehnten Lebensjahr konnte ich noch ein Jahr lang dort bleiben und wurde in dieser Zeit auch eben vorbereitet, darauf eine eigene Wohnung zu haben.
01:03:06: oder ich habe dann mit einer Freundin zusammen gewohnt in der Zeit lang einfach weil ich noch in der Schulzeit quasi über die Jugendhilfe nach irgendwie so eine Art Sozialgeld- oder Berufsausbildungsgeld bekommen habe.
01:03:25: Auch in den Zeiten der Jugendwohngruppe war es so dass wir einen gewissen Teil der Finanzen selber verwalten sollten und das gelernt haben.
01:03:35: Wir hatten dann halt Taschengeld, dass wir aufgeteilt haben in Kleidung für Sachen die wir irgendwie in der Freizeit machen wollen und wir durften das selber dann verwalten und mussten halt gucken wenn wir das Geld haben das auch entsprechend für die Sachen ausgeben und damit halt lernen umzugehen einfach mit Financen wenn in vielen Fällen auch einfach gut geklappt.
01:04:01: Und dann warst du neunzehn, als du dann in die eigene Wohnung gegangen bist mit der Freundin?
01:04:06: Ja genau!
01:04:08: Ja.
01:04:09: und da gab es dann im Nachgang Marlene nochmal Kontakt zu deiner Herkunftsfamilie?
01:04:14: In dieser Zeit in der Jugendwohngruppe war's so dass natürlich da auch versucht wurde Kontakt zur Herkünfts-Familien herzustellen Unterschriften auch irgendwie für verschiedene Belange, weil es wohl rechtlich gesehen so ist dass die Jugendhilfe nicht alle Rechte hat.
01:04:34: oder also ich kenne mich nicht genau aus aber das war halt bedarf da irgendwie die Unterschrift meiner Mutter zu haben.
01:04:43: Weil sie die zur den Zeitpunkt die hauptsorgeberechtigte Person war.
01:04:48: Da habe ich auch versucht dann Kontakt aufzunehmen und Briefe geschrieben die Jugendhilfe dann gesagt hat, es ist leichter wenn meine Mutter freiwillig diese Sachen unterschreibt.
01:05:01: Und das kam dann zu einer Gerichtsverhandlung wo einfach eine Gegenstände, die zu mir gehörten irgendwie eingefordert wurden und aber auch eben über das Sorgerecht und solche Sachen gesprochen wurde.
01:05:16: Diese Gerichts Verhandlungen war davon geprägt dass sich halt auch das Ausmaß der Verantwortungslosigkeit, dass meine Mutter so im Verhalten gezeigt hat.
01:05:27: Da halt noch mal sichtbar wurde.
01:05:29: Also sie ist vor Gericht erschienen einfach in einer Legions und so eine Strickjacke und in offenen Schuhen Und ja einfach sehr ungepflegt.
01:05:46: Alles was vom Gericht kamen hat sich vermutlich als Angriff aufgenommen.
01:05:51: Sie wollte eigentlich nicht viel sagen und hat letztendlich immer diesen Satz wiederholt.
01:05:57: Ich hab mich jetzt entschieden quasi zu gehen, also bin ich nicht mehr ihre Tochter und sie möchte nichts mehr mit mir zu tun haben.
01:06:04: Sie möchte das gesamte Sorgerecht abgeben und keine Funktionen erfüllen.
01:06:12: Und da wurde halt irgendwie ersichtlich dass es ja nicht so einfach geht.
01:06:19: Ja, halt einfach kompliziert.
01:06:20: Das alles halt zu regeln.
01:06:23: zum Glück kann das dann die Betreuer halt übernommen und ja also ich habe da nicht... Also die Sachen die mir halt von zu Hause wichtig gewesen wären, die ich mir halt selber erarbeitet habe, die hab' ich nicht bekommen.
01:06:38: aber halt irgendwelche Sachen die keine Bewandtes für mich hatten wurden dann halt direkt zur Gericht mitgebracht und mitgenommen.
01:06:48: Und deshalb, also aus der Situation heraus war hat es mir meine Mutter in dem Fall auch nicht schwer gemacht.
01:06:59: Also sie hatte es mehr leicht gemacht, indem sich so stark abgegrenzt hatte und dadurch war's natürlich für mich auch leicht dann einfach zu sagen ja das bleibt jetzt so und ich möchte weg und keinen Kontakt.
01:07:15: Schloss das denn die Brüder mit ein?
01:07:18: Nein!
01:07:19: Meine Brüder haben dann auch zu mir den Kontakt gesucht und wir haben uns getroffen.
01:07:25: Aber sie haben über die Dinge, die dann so passiert sind während dieser Zeit, woüber dann zu Hause geredet wurde, haben Sie nicht viel erzählt?
01:07:34: Und also ja... Also es war zwar irgendwie ein Kontakt aber auch irgendwie kein Kontakt.
01:07:43: Ich finde das so ganz schwierig zu beschreiben.
01:07:45: Wir haben zwar miteinander gerededt und uns physisch gesehen Aber wir hatten ja durch diese Situation dann plötzlich ein völlig unterschiedliches Leben.
01:07:55: Ja, wie ist das heute Marlene?
01:07:59: Hast du noch Kontakte zu deinen Geschwistern?
01:08:03: Also nachdem ich meine erste Ausbildung gemacht hatte gab es bei mir die Situation dass mich quasi die Vergangenheit nochmal eingeholt hat und es mir einfach sehr schlecht ging als auch körperliche Erkrankungen mit sich zog Wo die Situation so war, dass meine Brüder dann gesagt haben, lass uns doch zusammenziehen.
01:08:26: Meine Brüde haben zu diesem Zeitpunkt zusammengelebt schon und wir sind dann zu dritt auch zusammengezogen.
01:08:34: Und in dieser Zeit, die auch über mehrere Jahre hinwegging, also meine Bruder haben zu dem Zeitpunkt studiert und ich habe halt versucht mein Leben wieder aufzubauen und auf die Reihe zu bekommen.
01:08:45: Aber auch hier zeigte sich natürlich, dass die Vergangenheit nicht ohne Einfluss war und es hat letztendlich dazu geführt.
01:08:53: Also für uns alle drei war klar, wenn meine Brüder das Studium beendet haben und ich wieder auf eigenen Beinen stehen kann, dass wir einfach auseinanderziehen.
01:09:02: aber der Auszug quasi dann hat sich sehr schlimm gestaltet und da wurde mir auch dann klar okay also nicht weil meine meine Bruder aus meiner Sicht irgendwie total böse sind.
01:09:15: Aber sie sind natürlich viel mehr geprägt, auch von dem ... Von diesem Einfluss einfach der zu Hause geherrscht hat und haben sich davon nicht entfernt so wie ich.
01:09:27: Und durch diese Dynamik, weil wir Geschwister sind, kennen wir unsere Punkte und wissen auch, also haben eine gewisse Dynamik miteinander.
01:09:37: Dieses Verhalten was wir miteinander haben ist wirklich zum Teil sehr toxisch gewesen.
01:09:43: Also das ... Als Beispiel in unserer Familie gab es ja einfach, wurde kein Nein akzeptiert und keine Grenzen.
01:09:51: Und die wurden natürlich irgendwie anders ausagiert.
01:09:54: Das hat natürlich auch zwischen mir und meinen Bruder stattgefunden und durch die sehr andere Lebensweise meiner Brüder ... Die ist dann immer mit meiner Lebensweise kollidiert.
01:10:05: vielleicht als Beispiel meine Brüde essen sehr gerne Fleisch und ich musste aufgrund einer Erkrankung.
01:10:13: also war klar, es hilft mir wenn ich einfach auf Fleisch verzichte oder halt nicht mehr in der Intensität Fleisch esse wie vorher.
01:10:21: Und das habe ich auch meinen Brüdern so gesagt.
01:10:23: und Es gab dann immer wieder die Situation dass sie Ja, mir Fleisch unter die Nase gehalten haben und gesagt haben Na ist doch mal ein bisschen Fleisch Das wird dir gut tun und halt ja überhaupt nicht akzeptiert haben.
01:10:38: Ja Dass sich da mich für mich einsetze und damit es mir halt besser geht.
01:10:45: Und ja, das ist eben nur stellvertretend für viele Situationen in denen halt sehr ersichtlich wurde, dass mein Bruder irgendwie nicht akzeptieren konnten, dass ich da einfach einen anderen Weg gehe.
01:11:00: Also ich habe natürlich automatisch ihren Weg auch durch meinen Verhalten infrage gestellt und nur gezeigt, dass es einen anderen weg gibt.
01:11:09: aber sie hatten anscheinend keine Möglichkeit da irgendwie rauszukommen und inzwischen habe ich keinen Kontakt mehr zu ihnen.
01:11:16: Wie geht es dir heute Marlene?
01:11:19: In meiner heutigen Situation bin ich unfassbar dankbar, dass sich das durch die verschiedenen Hilfestellungen, die ich eben durch die Jugendhilfe oder auch durch die Schule oder durch Personen mit denen ich Kontakt hatte, die mich unterstützt haben ein weitestgehend freies selbstständiges Leben führen kann.
01:11:39: Ich hab zwar natürlich immer noch Einschränkungen einfach durch das, was passiert ist kann damit aber heute ganz anders umgehen und bin eben auch auf den Weg mich quasi von den Resten die noch irgendwie da sind.
01:11:51: Einfach zu lösen weil ich also mich einfach gerne daraus lösen möchte aus dem Was da passiert ist und mir wünsche dass es mich einfach nicht mehr so beeinflusst So dass sich halt einfach nach meinen Bedürfnissen leben kann Und auch den Raum, den ich habe so gestalten kann ohne dass quasi dieser zweite Partner meiner Mutter quasi hinter mir steht und quasi als Schatten irgendwie da ist.
01:12:19: Oder auch ja, die Situation mit meiner Mutter in der wir Kinder oder ich sie halt auch viel versorgt habe und wir halt gar nicht irgendwie ja Kinder sein konnten.
01:12:34: Ja vielen Dank Marlene, dass du uns diese doch so schwere Geschichte mitgenommen hast.
01:12:39: Gibt es noch etwas über das wir noch nicht gesprochen haben, dass du gerne noch hinzufügen möchtest oder gleich auch etwas, das du den Zuhörenden mitgeben möchterst?
01:12:50: Ja.
01:12:51: Also ich möchte nochmal betonen, also für mich war es sehr hilfreich die Entscheidung zu treffen von zu Hause wegzugehen und ich weiß aus dieser Erfahrung, dass es sehr schwer ist sich dafür zu entscheiden und zu gehen Und ich bin einfach unfassbar froh und dankbar für die Hilfe, die ich erhalten habe.
01:13:19: Dass ich selber eben auch durchgehalten habe diesen Weg zu gehen der ja letztendlich immer noch weitergeht.
01:13:26: aber ich kann jeden nur mitgeben wo Menschen in so einer schlimmen Situation sind sich Hilfe zu suchen Auch wenn diese Hilfe nicht passt dann eben nochmal einen zweiten Versuch zu wagen, Hilfe zu suchen.
01:13:44: Und aus meiner eigenen Geschichte kann ich sagen mir wurde geholfen und es ist möglich das ein Geholfen wird wenn man bereit ist entsprechend auch die Verantwortung dafür zu tragen und auch die notwendigen Schritte zu gehen, die wirklich nicht einfach sind aber es gibt immer einen Weg daraus.
01:14:06: Vielen vielen Dank Marlene.
01:14:17: Zuallererst möchte ich Marlene von Herzen danken, dass sie ihre Geschichte mit uns hier im Podcast geteilt hat.
01:14:25: Ich habe ihr im Gespräch ansehen können wie schwer es in Teilen gewesen ist, von ihren Erlebnissen zu erzählen.
01:14:31: – also vielen, vielen Dank, Marlene!
01:14:33: Einige Punkte sind mir in der Nachbearbeitung des Interviews aufgefallen, zu denen ich Malene nach dem Gespräch noch einmal ein paar Rückfragen gestellt habe.
01:14:43: Ihre Antworten fließen jetzt mittein.
01:14:46: Ich wollte von Marlene wissen, was genau gemeint war, als sie erzählte, Sie und Ihre Geschwister seien bei den Treffen ihrer Mutter mit anderen Männern mitgenommen und einbezogen worden.
01:14:58: Marlene hat mir geantwortet, dass ihre Mutter ihre Sexualität sehr offen gelebt hat – auch bei gemeinsamen Mahlzeiten wurde ganz selbstverständlich davon gesprochen, was ihr nachts vermutlich Schönes passiert sei!
01:15:13: Es war für Marlene
01:15:14: normal."
01:15:15: dass ihre Mutter zu Hause unbekleidet war.
01:15:18: Und auch sie selbst und ihre Geschwister waren als Kinder häufig nicht angezogen, zuhause und im Garten – und Malene vermutet, weil es den Eltern zu mühsam war, sie anzuziehen!
01:15:30: Wenn Malene mitgenommen wurde, waren die anwesenden Männer oft stark alkoholisiert, wollten sie zur Begrüßung küssen was Malene ekelig fand und sie wandte sich dann meistens davon ab….
01:15:43: Sie erinnert sich auch daran, auf dem Schoß von Männern gesessen zu haben die ihre Oberschenke streichelten und wenn sie sich dagegen wehrte wurde in der Runde darüber gelacht.
01:15:53: Sinngemäß mit Sprüchen wie «Sie haben doch gar nichts gemacht, man wisse gar nicht warum sie jetzt von dem Schoss runter wollte».
01:16:00: Später bei einem weiteren Partner ihrer Mutter hat sie durch die dünnen Wände und ihre eigenen Schlafstörungen mitbekommen müssen, wie ihre Mutter sexuell aktiv war.
01:16:11: Weshalb sie vermutet, dass ähnliches auch in vielen der früheren Situationen der Fall gewesen sein könnte?
01:16:19: Die zweite Frage betraf Marlene's Vater.
01:16:22: Im Gespräch klang es so als sei aus Akten belegt das er ihr gegenüber sexuell übergriffig war.
01:16:29: deshalb wollte ich genauer wissen worauf sich das stützt.
01:16:32: Malenes Antwort war hier etwas vorsichtiger als ich es aus dem Interview erwartet hatte, aber gerade dadurch auch noch bedrückender.
01:16:41: Ihr Vater ist vor einigen Jahren verstorben und laut den Angaben einer enger mit dem Vater befreundeten Person soll dieser im Gefängnis gewesen sein weil er in einem Schwimmbad jungen Mädchen zwischen die Beine gefasst habe – und eines dieser Mädchen ist Malene sogar persönlich bekannt!
01:17:01: Auch ihre Mutter wusste Loc Marlene davon.
01:17:04: Nach der Scheidung der Eltern, als Marlene eingeschult wurde, lebte sie hauptsächlich bei ihrer Großmutter und noch ein bis zwei Jahre teilweise bei ihrem Vater.
01:17:15: In dieser Zeit entstand bei ihrer Mutter der Verdacht ihr Vater könnte auch Malene gegenüber übergriffig geworden sein.
01:17:23: Malene wurde ausgefragt es gab Termine bei einer Kinderpsychologin und unter starkem Befragungsdruck erzählte sie damals, ihr Vater habe gedroht, ihrer Mutter den Kopf abzuschneiden, sollte sie etwas erzählen.
01:17:38: Und er habe Marlene dabei ein Foto von der Mutterfors Gesicht gehalten und den Kopf der Mutter auf diesem Foto
01:17:45: abgeschnitten.".
01:17:46: An die eigentlichen Vorwürfe selbst hat Marlene bis heute keine Erinnerung Dass sie sich lange dafür geschämt hat, ausgerechnet diese Drohung erzählt zu haben ohne dass sie selbst eine Erinnerung an die eigentlichen Vorwürfe gegen ihren Vater gehabt hatte.
01:18:05: Später hat sie für sich verhaltensweisen als mögliche Hinweise gedeutet etwa das Sie sich irgendwann geweigert hatte zu ihrem Vater zu gehen mit dem sie ja ohnehin kaum eine Bindung hatte.
01:18:17: Aus einem späteren Antrag nach dem Opferhilfegesetz existiert außerdem ein Akteneintrag zu ihrem Vater, dessen genauer Inhalt aber Malene bis heute nicht bekannt ist.
01:18:29: Die dritte Frage galt den häufigen Blasenenzündungen und dem Einnessen bis ins Grundschulalter.
01:18:35: Malene führt das auf die katastrophalen hygienischen Verhältnisse und den dauerhaften psychischen Druck zurück unter dem sie
01:18:43: stand.".
01:18:44: Sie schreibt, dass sie bis heute Schwierigkeiten hat ein klares Körpergefühl zu entwickeln – teilweise sogar dabei zu erkennen ob sie überhaupt zur Toilette gehen muss.
01:18:54: Als Erwachsene wurde bei ihr endometriosefestgestellt und vor einigen Jahren wurde ihr auch die Gebärmutter entfernt.
01:19:02: Was ihr zunächst sehr geholfen habt mittlerweile sind die Schmerzen aber zurückgekehrt ohne das sich das medizinisch vollständig erklären lässt!
01:19:10: Sie selbst vermutet, dass ihr Körper auf diese Weise sichtbar und spürbar macht – was ihre Seele über Jahre getragen hat.
01:19:19: Die Antworten von Malene beziehe ich jetzt in die Einordnung mit
01:19:22: ein."
01:19:23: Malenes Geschichte beginnt nicht mit ihr selbst sondern mit ihren Eltern.
01:19:28: Ihre Mutter war mit Malenes Vater verheiratet bis Malene etwa sechs Jahre alt war.
01:19:34: Was wir gerade zu ihrem Vater gehört haben zeigt wie einen Verdacht der nie ganz geklärt wurde trotzdem ein Leben lang mitgetragen werden kann.
01:19:43: Es gibt kein eindeutiges Ja und kein eandeutiges Nein, nur ein Gefühl das im Körper bleibt ohne dass der Kopf es vollständig einordnen
01:19:52: kann.".
01:19:53: Nach der Trennung der Eltern sucht ihre Mutter über viele Jahre halt bei Männern häufig deutlich älteren, häufig über kurzlebige sexuelle Kontakte.
01:20:02: Es entsteht der Eindruck einer Frau die ihren Wert vor allem daran gemessen hat begehrt zu werden!
01:20:08: Möglicherweise hatte sie ein instabiles Selbstwertgefühl, das stark von äußerer Bestätigung abhängt.
01:20:15: Menschen mit einem solchen Muster geraten leicht in eine Art Dauersuche bei der die eigene Bedürftigkeit immer wieder Vorrang vor den Bedürfnissen anderer auch der eigenen Kinder bekommt.
01:20:27: Was Malene über diese Treffen erzählt hat also – Sie küssende und streichelnde erwachsene Männer Männer, die ihre Abwehr belachen statt sie zu stützen zeigt wie sehr die Kinder in dieser Dauersuche der Mutter zur Nebensache wurden.
01:20:45: Ja sogar zum Objekt!
01:20:47: Für ein Kind bedeutet das es gibt eine doppelte Botschaft deine eigenen Grenzen zählen nicht und die Erwachsenen, die eigentlich schützen sollten stehen auf der anderen Seite.
01:21:01: Auch die Nacktheit von der Malene erzählt gehört für mich in dieses Bild.
01:21:05: Wenn der eigene Körper nicht geschützt oder privat behandelt wird, wenn man nicht erfährt dass man selbst entscheiden darf wer einen sieht wer einen berührt dann fehlt eine der grundlegendsten Formen von Grenze überhaupt die Grenze über den eigenen Körper zu entscheiden.
01:21:25: Das erklärt auch, warum es für Malene später so schwer war das Verhalten der Männer bei den Treffen ihrer Mutter überhaupt als das zu erkennen was Unter welchen Umständen die Mutter selbst groß geworden ist?
01:21:59: Doch an dieser Stelle ist mir eine ganz klare Trennung, eine ganz klarere Aussage wichtig.
01:22:04: Eine schwere eigene Kindheit erklärt, warum jemand vielleicht nicht gelernt hat für ein Kind gut zu sorgen oder warum eigene Bedürfnisse höher gewichtet werden als die der Kinder!
01:22:16: Sie rechtfertigt aber nicht was daraus im erwachsenen Leben gemacht wird – Malene hat unter den Mustern, die ihre Eltern in die Familie gebracht haben, unverschuldet gelitten.
01:22:32: Das ist niemals in
01:22:33: Ordnung.".
01:22:35: In diesem System, indem die Mutter fast Ihre gesamte Energie in die Suche nach männlicher Bestätigung steckt, bekommen die Kinder sehr früh eigene Funktionen zugewiesen.
01:22:46: Malene erklärt das sie und ihre Geschwister schon als kleine Kinder Wäsche waschen, kochen einkaufen mussten!
01:22:53: ohne dass es etwa feste Essenszeiten gab.
01:22:56: Wie sie selbst beschreibt, sagte sie, wenn die Horde Hunger hatte, musste halt etwas hergerichtet werden.
01:23:02: Diese Umkehr der eigentlichen Rollen bekommt später noch eine sehr direkte weitere Bestätigung.
01:23:08: Die Mutter sagt Marlene offen ins Gesicht – Sie sei ein nicht gewolltes Kind gewesen!
01:23:14: Und das klar sei, dass die Kinder mit achtzehn ausziehen müssten und darüber hinaus, als ihre Rentenabsicherung betrachtet.
01:23:26: Damit wird ausgesprochen, was Marlene längst gespürt hatte – sie sollte einen Nutzen erfüllen und sie wurde nicht als eigenständige Person mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen und geliebt.
01:23:40: Um diese Kinder herum fehlt also fast jede Struktur!
01:23:44: Die Eltern schlafen ihren Rausch oft noch aus wenn andere Familien längst früh stücken Wäsche bergestapeln sich bis kaum noch saubere Kleidung da ist.
01:23:53: Malene erinnert sich, wie verdorbenes Fleisch gegessen werden musste – weil es einfach nichts anderes gab!
01:24:00: Und diese Verwahllosung bleibt ja nicht auf das Zuhause und die vier Wände beschränkt, sondern sie wird auch nach außensichtbar….
01:24:10: Malene sagt, dass Sie und Ihre Geschwister als Kinder auffällig gerochen haben müssen … und dass Sie deswegen kaum Freundschaften schließen
01:24:18: konnten.".
01:24:19: In einer Szene an die sie sich noch gut erinnert, beißt sie ein Mädchen in der Schule, weil sie keine andere Möglichkeit sieht körperliche Nähe abzuwehren, die ihr unangenehm ist.
01:24:31: Auch die Blasenentzündungen und das Einnessen von denen Marlene erzählt hat gehören in dieses Bild – einen Körper, der unter dauerhaftem Druck und in katastrophalen hygienischen Verhältnissen keine Sicherheit finden konnte!
01:24:45: Und bis heute zeigt sich das bei ihr… auch körperlich in einem unklaren Körpergefühl, in der Indometriose und den Schmerzen die sich medizinisch nicht vollständig erklären lassen.
01:24:57: Diese Verbindung zwischen früher psychischer Belastung und späteren körperlichen Beschwerden ist kein Einzelfall – der Körper trägt oft nach was emotional nicht verarbeitet werden konnte.
01:25:12: Kinder die zu Hause vernachlässigt werden, geraten so oft in eine doppelte Einsamkeit ohne Rückhalt in der Familie und ausgegrenzt von Gleichaltrigen gerade weil die Vernachläßigung nach außen hinsichtbar wird.
01:25:27: In einem solchen Zuhause lernt niemand das die eigenen Grenzen zählen, dass sie nein sagen dürfen – und das ist in Ordnung es das zu tun!
01:25:35: Wenn Marlene als kleines Mädchen ein Bedürfnis äußert und ihren betrunkenen Vater anspricht dann wird sie angeschrien.
01:25:43: Mit der Zeit hört sie einfach auf zu fragen!
01:25:46: Diese Erfahrung, nicht gehört zu werden, nicht zu zählen, zieht sich weiter als der neue Partner der Mutter dazukommt.
01:25:54: Anfangs organisiert er eine Schnitzeljagd, pflanzt mit den Kindern Kartoffeln, übt mit Marlene für den Vorlesewettbewerb – naja und erwirkt dabei vielleicht zunächst wie jemand, der sich kümmert.
01:26:06: Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein anderes
01:26:09: Bild.".
01:26:10: Beim Kartoffel anhäufeln lässt er Malene stundenlang weitermachen, von vorn beginnen ohne ihr überhaupt zu erklären was er denn von ihr erwartet wie sie es richtig machen könne.
01:26:21: Genau in diesem Klima, in dem Kinder nicht lernen ein klares Nein zu äußern sondern höchstens über Rückzug oder stillen Widerstand reagieren können wird auch später deutlich warum Malene gegen das was noch kommt keine Gegenwehr hatte, keine Gegenwehre haben konnte.
01:26:40: Der Partner der Mutter hält über fünfzig Tiere, es gibt beim Einkaufen einen eigenen Wagen nur für Tierfutter?
01:26:47: Während die Kinder selbst kaum etwas zu essen bekommen.
01:26:51: Er schlägt die Kinder und er begründet das mit Erziehung – und irgendwann später wenn die Mutter außer Haus ist, setzt er sich zu Marlene, streichelt ihr Bein, fährt ihr übers Haar… Und er erklärt ihr wie man mit einem nassen Handtuch schläght!
01:27:07: damit keine Spuren sichtbar werden.
01:27:10: Malene hat keine Ansprechperson für das unaussprechliche, was ihr in ihrem Elternhaus im Aufwachsen passiert.
01:27:19: Sie wächst auf in einem System, indem sie nie gelernt hat sich zu wehren und als Kind keinen Schutz erfährt – indem die Mutter ihre Bedürfnisse über die ihrer Kinder stellt!
01:27:31: Und so kommt es dass Malene an einem Abend nach der Schule einfach nicht mehr nach Hause gehen
01:27:36: will.".
01:27:37: Der eigentlich schwerste Moment ihrer Geschichte findet für mich aber später statt.
01:27:42: Als sie sich dann offenbart, wird ihr nicht
01:27:45: geglaubt.".
01:27:46: In der Familientherapie zu der Sie unter anderem mit dem Partner Ihrer Mutter geladen wird erklärt dieser all das was Malene berichtet und beschreibt sei doch nur väterlich gemeint gewesen – sie würde sich das einbilden!
01:28:00: Die Mutter bricht die Therapie sogar ab und schreibt einen Brief an die Klinik, in dem sie behauptet man würde Malene dort manipulieren und ihr diese Erinnerungen einreden.
01:28:11: Und sogar ihre Brüder halten es für unwahrscheinlich das so etwas passiert sein soll!
01:28:17: Was Malene hier erleben muss ist eine Täter-Opferumkehr – nicht die Tat als solche wird infrage gestellt sondern die Person, die Sie benannt.
01:28:27: … und selbst das Hilfesystem dass sie eigentlich hätte auffangen sollen… lässt Malene zunächst noch einmal zurückfallen.
01:28:35: Weil kurzfristig kein Platz in einer Einrichtung für sie frei ist, muss sie nach der Offenlegung all dessen was ihr passiert ist nochmal für zwei Wochen nach Hause zurück.
01:28:45: In der Übergangsunterkunft danach wird Malene erneut von zwei jungen Männern bedrängt.
01:28:54: Erst mit der festen Struktur der Jugendwohngruppe und mit der Schule als verlässlichem Ort entsteht endlich so etwas wie sicherer Boden unter ihren Füßen.
01:29:04: In Marlenes Geschichte wird deutlich, wie das eine aus dem anderen wächst – Aus der Bedürftigkeit der Mutter entsteht die Vernachlässigung der Kinder.
01:29:13: Aus der Vernachlässtigung entsteht Einsamkeit sowohl zu Hause als auch Untergleichaltrigen.
01:29:20: Aus dieser Einsamkeit wiederum entsteht das Fehl in jeder Grenze!
01:29:25: und aus all dem am Ende die Übergriffe, den Malene kaum noch etwas entgegensetzen konnte.
01:29:31: Und selbst als sie sich traute zu sprechen wurde ihr nicht geglaubt!
01:29:37: Ich möchte noch einen Blick auf die Geschwister werfen.
01:29:40: Malene sagt selbst, dass sie nicht für ihre Brüder sprechen kann – und entsprechend gilt das natürlich auch für mich.
01:29:46: Doch einige Szenen aus der Erzählung von Malene lassen etwas erkennen.
01:29:51: Beim Anhäufeln der Kartoffeln etwa durften ihre Brüder sich irgendwann zur Seite setzen, während Malene selbst stundenlang weitermachen musste.
01:30:01: Solche Szenen deuten für mich darauf hin, dass der Partner der Mutter die Kinder nicht gleich behandelt hat.
01:30:08: In der Forschung zu familiärer Gewalt ist das ein bekanntes Muster – Nicht jedes Kind in einer Familie wird im gleichen Maß kontrolliert oder ins Visier genommen!
01:30:19: Und auch als Erwachsene bleibt der Unterschied zwischen Malene und ihren Brüdern in gewisser Weise spürbar.
01:30:26: Während sie sich Schritt für Schritt von dem löst, was sie geprägt hat, beschreibt sie ihre Brüder als Personen die viel stärker in den alten Mustern verhaftet blieben.
01:30:36: Was in Malenes Geschichte auch auffällt – Vernachlässigung bleibt selten unsichtbar!
01:30:42: Kinder, Signale, die Erwachsene im Umfeld wahrnehmen können in der Schule und Nachbarschaft möglicherweise im Sportverein.
01:30:56: Marlene's Geschichte macht deutlich wie lange ein Kind mit solchen Signalen allein bleiben kann weil niemand nachfragt.
01:31:07: Und doch hat Marlene einen Weg für sich gefunden, einen Weg sich zu lösen.
01:31:11: Sie hat schon früh begonnen über das was ihr wieder fahren ist nachzudenken statt es zu wiederholen Mit der Schule, die ihr über Jahre einen verlässlichen Ort gab mit der Jugendhilfe, die er half, ihr eigenständiges Leben aufzubauen und mit ihrem eigenen sehr klaren Entschluss es noch einmal zu versuchen als der erste Versuch nicht sofort ausreichte.
01:31:34: Ich danke Marlene dass sie uns so tief in ihre Geschichte hat blicken lassen und ich wünsche ihr von Herzen alles alles Gute!
01:31:42: Wenn dich diese Geschichte berührt hat und du selbst spürst, dass es in deiner Familie oder deiner Beziehung Dinge gibt die irgendwie nicht richtig sind, die du aber noch nicht klar benennen kannst.
01:31:53: Dann buche dir gerne dein kostenfreies Erstgespräch mit mir und wir schauen ob ich die richtige Begleiterin für deinen Weg bin!
01:32:00: Den Link zu meinem Kalender findest Du in den Shownotes und auf meiner Webseite www.narzismus-coach.de.
01:32:08: Buch Dir gern jetzt direkt Deinen Kennenlerntermin.
01:32:11: Ich danke dir, dass du heute wieder zugehört hast.
01:32:34: Falls du heute zum ersten Mal dabei bist, ich bin Jennifer, Beraterin und Coach mit Masterabschluss und einer Ausbildung in Paartherapie.
01:32:42: Als Betroffene weiß ich aus eigener Erfahrung wie schwer der Weg aus einer solchen Beziehung sein kann – und wie möglich Veränderungen trotzdem ist!
01:32:51: Ich begleite Frauen dabei, toxische Beziehungsmuster zu erkennen, sich selbst wieder zu vertrauen und ihren eigenen Weg zu finden.
01:32:59: Wenn Du Deine Geschichte in diesem Podcast erzählen möchtest Dann schreib mir gerne eine E-Mail an podcastetnazismus-coach.de.
01:33:07: Die nächste Folge erscheint in zwei Wochen.
01:33:10: und denkt daran, du bist nicht allein – es gibt auch für dich einen Weg hinaus!
01:33:15: Alles Liebe und bis ganz bald deine Jennifer.
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